Matthias Daenschel Trick Film Produktion
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„Auf der Suche nach der Piratenkita“ –
Ein Filmprojekt mit Kita-Kindern

Filme spielen eine große Rolle im Leben von Kindern – und das schon im Vorschulalter. Eine ganze Reihe von Formaten wird eigens für diese Zielgruppe produziert. Dabei sind Filme jedoch keineswegs einfach zu verstehen, denn nicht nur die Bilder spielen eine Rolle, sondern ebenso sehr Musik, Sprache und vieles mehr.

In unserem Projekt Auf der Suche nach der Piratenkita haben wir mit Kindern im Kindergartenalter einen Film hergestellt, in dem die Kinder, ihre alltägliche Umgebung und ihre "Sicht der Dinge" die Hauptrolle spielten. Die Kinder haben dabei von DrehbuchautorInnen bis Kameramann/-frau alle Aufgaben übernommen, die ein Film erfordert, und selbstverständlich waren sie auch die SchauspielerInnen. Mit Hilfe verschiedener Animationstechniken, die die Kinder bereits allein umsetzen konnten (z.B. Puppentrick, Stopmotion, Legetrick), konnten darüber hinaus auch Gegenstände ihrer alltäglichen Umgebung wie beispielsweise Spielzeuge "verlebendigt" und einbezogen werden. Dem Gestaltungswillen der Kinder waren dabei höchstens technische Grenzen gesetzt: Inhalt und Ästhetik des entstehenden Films waren nicht vorgegeben, sondern wurden im gemeinsamen Prozess erarbeitet.

Pädagogische Ziele:

Durch die gemeinsame Arbeit, notwendige Absprachen und Einigungsprozesse, erlangten die Kinder Sozialkompetenzen wie Kommunikations- und Kompromissfähigkeit, erprobten selbständige Arbeitsformen und Selbstorganisation. Von Anfang bis Ende verfolgten sie die Entstehung eines Produkts, das nur durch Zusammenarbeit entstehen konnte und dessen kreative Schöpfer sie waren. Der Film, speziell der Animationsfilm, stellte dabei ein Medium dar, das besonders geeignet ist, die Ideen- und Lebenswelt der Kinder wiederzugeben, weil er die Selbstdarstellung im Theaterspiel durch die Möglichkeit erweitert, die Umgebung der Kinder "zum Leben zu erwecken". Das entspricht der Art wie Kinder im Vorschulalter ihre Umwelt und ihre eigene Rolle darin wahrnehmen und "bearbeiten". Die abschließende Präsentation der eigenen Arbeit vor anderen erhöhte ihr Selbstwertgefühl, sie erlebten Stolz auf die eigene Leistung.

Die technische Umsetzung ihrer Ideen übte darüber hinaus nicht nur den Umgang mit technischen Geräten (wie Kameras etc.) ein, sondern stellte die Kinder auch immer wieder vor praktische Schwierigkeiten (z.B. "wie kriegen wir das Flugzeug zum Fliegen?"), die kreative Problemlösungsstrategien erforderten.

Ganz nebenbei bekamen die Kinder schließlich Kategorien für das bessere Verständnis des Mediums Film an die Hand, die ihnen auch beim Begreifen und Bewerten anderer Filme helfen können.

Filmstill Alois Nebel
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